Die Ortschaften Atzmannsberg und Köglitz sowie die Einzelanwesen Neumühle und Pinzenhof bilden den südlichen Teil des Besiedlungsnetzes rund um den Waldecker Schloßberg.
Atzmannsberg soll seinen Namen einem Siedler namens Atzmann verdanken, der sich bereits zur Zeit der Kolonisierung des oberen Nordgaues hier niederließ. Nach alten Urkunden aus der Leuchtenberger Zeit war "Atzmannsperch" schon drei Jahrhunderte später zu einer stattlichen Ansiedlung herangewachsen. 1283 gingen nämlich in Atzmannsberg 5 Höfe und 3 Lehen in den Besitz der Wittelsbacher über. 1311 bekam Landgraf Ulrich von Leuchtenberg ein Gut vom Bayernherzog Ludwig als Lehen wieder zurück. Einige Jahrzehnte später hatte der Waldecker Burgmann Rüpplein Obernburger das Gut als Lehen inne.
Die Anwesen in Atzmannsberg, das von jeher ein Untertanendorf war nie hatte ein Junker seinen Sitz hier, lagen ursprünglich eng aneinander gereiht am Hang herum. Erst nach einem Brandfall wurde die Bebauung aufgelockert, drei Anwesen wurden weiter hinaufgerückt. In neuerer Zeit wurden weitere Anwesen außerhalb der bisherigen Dorfanlage aufgebaut .
Köglitz: Der ursprüngliche Name für das Dorf Köglitz war Genendorf. Dieses den Leuchtenbergern gehörende Genendorf ging wie Atzmannsberg 1283 an die Wittelsbacher über. Im 14. Jahrhundert kam für diese Ansiedlung ein neuer Name auf. Den Anstoß für diese Umbenennung gab das 300 m oberhalb, nahe am Kegel (= Kusch) gelegene Burggut, das mit einem Wehrgraben umgeben war. Der Lehensträger des Burggutes musste sich beim Ausbruch von Feindseligkeiten auf die Burg zur Verteidigung dieser begeben. Im ältesten Waldecker Matrikelbuch (1572 -1602) findet sich für Köglitz der Name Kegles.
Gegen Ende des 14. Jahrhunderts war Köglitz, ebenso wie die nahe Ortschaft Höritz, verwüstet worden. Köglitz wurde wieder aufgebaut, was bei Höritz nicht mehr der Fall war.
Pinzenhof: Bei diesem Gehöft handelt es sich ursprünglich um ein Burggut. Mit der Einführung der Söldnerheere verloren die Burggüter ihre Bedeutung. Die Burglehen wurden Zinslehen. Seit 1463 erscheint der Stamm der Murr als Lehensträger dieses Burggutes.
Neumühle: Urkundlich ist Neumühle 1283 bereits erwähnt. Es bestand aus einem Meierhof mit einem Mühlengang. Nach einem Brand im Jahre 1835 wurden die Gebäude wieder aufgebaut, zugleich wurde bei einer Teilung unter Geschwistern das Mühlenwerk Oberneumühle errichtet.
Heute zählt Atzmannsberg 34 Häuser und 96 Einwohner, Köglitz 30 Häuser und 114 Einwohner. Dem Besiedler bieten die beiden Ortschaften das Ortsbild moderner ländlicher Ansiedlungen. Entlang der staubfreien Ortsstraßen platzieren sich die zweckmäßigen Neubauten der landwirtschaftlichen Anwesen. Die Baulücken sind mit den schmucken Wohnhäusern der arbeitnehmenden Bevölkerung ausgefüllt. Ältere Gebäude sind ganz aus dem Ortsbild verschwunden, auch in der Neumühle dreht sich längst kein Mühlrad mehr. Nur ein stattlicher Bauernhof am Ortseingang von Atzmannsberg erinnert den Ortskundigen noch an vergangene Zeiten.
Auffallend für alle Ortschaften ist nun mehr , dass immer mehr landwirtschaftliche Betriebe - sowohl im Nebenerwerb als auch im Hauptgewerbe - aufgegeben werden
Die Natur hat dem Menschen viele lebenswichtige Geschenke bereitet. Eines der bedeutsamsten ist wohl der Gebrauch von Feuer . Viele Legenden und Sagen ranken sich um dieses Thema .
Kenntnis und Gebrauch des Feuers waren für die kulturelle Entwicklung der Menschheit von größter Bedeutung. Feuer bedeutet Licht, Wärme, Leben - gleichzeitig jedoch ist es Symbol der Zerstörung, von Vernichtung und Tod. Schon die Pfahlbauer ( Siedlungen und Häuser in Sumpf- und Moor- gebieten ) hatten Mühe, ihr Feuer unter Kontrolle zu halten. Oft genug gingen ihre Siedlungen in Flammen auf, wie ausgegrabene Dorfanlagen beweisen. Erst die kontrollierte Erzeugung und Verwendung des Feuers bedeutete einen der entscheidendsten Schritte in der Entwicklung der Menschheit.
Das Antike Rom kannte bereits eine feste Organisation gegen Brände, da es wegen Nachlässigkeit, oder gewollt immer wieder zu großen Bränden kam. Unter Kaiser Augustus gab es eine Löschmannschaft von 600 Sklaven. Im Jahre 6 nach Christus stellte man sogar eine kasernierte Truppe von 7000 freigelassenen Sklaven auf, zu deren Aufgaben auch das Löschen von Bränden gehörte.
Der leichtfertige Umgang mit Öllämpchen, Fackeln und offenen Feuerstellen waren oft die Ursache dafür, dass mehrmals täglich Brände im alten Rom ausbrachen.
Am bekanntesten ist wohl der von Nero gelegte Brand, der sechs Tage und Nächte in Rom wütete.
Nicht nur das Alte Rom hatte mit solchen Brandkatastrophen zu kämpfen.
Auch in vielen deutschen Städten kam es immer wieder zu riesigen Bränden:
Berlin : 1348, 1380, 1659, 1680, 1720, 1730, 1809
Hamburg : 1072, 1287, 1606, 1615, 1672, 1673, 1676, 1684, 1814, 1842
München : 1227, 1288, 1327, 1418, 1429, 1434, 1460, 1505, 1674, 1729, 1750
Gerade solche Stadtbrände zeigten immer wieder, dass man zur Brandbekämpfung nicht bereit, schlecht organisiert, nicht ausgerüstet, zu wenig zahlreich oder zu spät alarmiert, den Anforderungen nicht gewachsen war.
Die Städte erließen wohl Feuerlöschordnungen in denen der Brandschutz zur allgemeinen Bürgerpflicht erklärt wurde und hielten Löschgeräte bereit. Doch zeugen die zahlreichen Berichte über Brandkatastrophen, dass dies alleine noch nicht ausreichend war. Auf einen so naheliegenden Gedanken, dass eine besondere Gefahr auch einer besonderen Abwehr bedurfte, die nicht mit Dienstverpflichtung der Bürger in einer Pflichtfeuerwehr zu erbringen war, sondern den Einsatz einer besonders motivierten Truppe erforderte, kam vorerst niemand.
Diese notwendige Folgerung erkannte 1841 Bürgermeister Zschokke der Stadt Meißen und 1846 Stadtbaumeister Christian Hengst, die zusammen mit Bürgern ihrer Städte freiwillige Löschkorps gründeten und sich verpflichteten, bei jeder Brandgefahr helfend einzugreifen. Damit hatten sie den Grundstein zur Entwicklung des modernen und erfolgreichen Feuerlöschwesen gelegt. Es sprach sich in Windeseile herum, dass eine feste freiwillige Organisation die unabdingbare Grundlage einer zielbewußten Brandbekämpfung war.
Auch in der damaligen Gemeinde Atzmannsberg, mit der Ortschaft Köglitz sowie den Einzelanwesen Neumühle und Pinzenhof, wurde bereits im Juni 1853 dieser Grundgedanke verwirklicht und die
Freiwillige Feuerwehr Atzmannsberg - Köglitz
gegründet.
Schwierig gestaltete sich die Aufbauarbeit in diesen Zeiten. Auch damals war es nicht immer einfach, alle jungen Männer für den selbstlosen Dienst in der Gemeinschaft zu begeistern. Viel Idealismus und stete Opferbereitschaft der Mitglieder waren damals wie heute das Rückrad dieser selbstlosen Einrichtung.
Nur langsam und unter Anpassung aller Kräfte, der einzelnen und der Gemeinde, gelang die Ausrüstung und Uniformierung der Wehr. Bis zur Anschaffung der ersten Handdruckspritze im Jahre 1889 wurde mit den damals geläufigen Ledereimern gelöscht.
Die Anschaffung war auch damals schon eine große finanzielle Belastung für die Gemeinde.
Im Laufe der Jahre wurde die Ausrüstung der Wehr immer wieder den technischen Veränderungen angepasst. So verfügt die Feuerwehr Atzmannsberg - Köglitz heute über ein neues Gerätehaus mit Schulungsraum, um den ständig wachsenden Anforderungen zu genügen.
Das Löschfahrzeug ( Opel Blitz ) LF 8, Baujahr 1967, ist noch voll funktionsfähig und verrichtet treue Dienste.
Bei sechs Bränden in Köglitz und acht in Atzmannsberg, sowie mehreren Großbränden in den benachbarten Ortschaften mußte die Wehr ihre stete Einsatzbereitschaft und ihr Können unter Beweis stellen.
Heute (2003) zählt die Freiwillige Feuerwehr Atzmannsberg - Köglitz 119 Mitglieder, wovon 43 aktiven Dienst leisten.
Im Jahre 1979 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet, und somit seit fast 25 Jahren intensive Jugendarbeit und Ausbildung betrieben.
In diesen 150 Jahren des Bestehens unserer Wehr waren nicht nur Ebenen zu durcheilen, sondern auch Berge und Täler zu überwinden. Unsere Kameradschaft gleicht einer Seilschaft, bei der sich jeder auf den anderen verlassen kann. Bleibt dies immer so, braucht um die Zukunft unserer Wehr nicht gebangt zu werden. - Einer für alle und alle für einen - wird immer wieder unser Wahlspruch sein, sei es bei Notständen gegenüber hilfsbedürftigen Mitmenschen oder den Feuerwehrkameraden im Verein.
Aus diesen Grund feiert die Freiwillige Feuerwehr Atzmannsberg - Köglitz vom 01.08 - 03. 08. 2003 ihr 150 jähriges Gründungsfest.
| 1953 | Wiedergründung der Wehr nach dem 2. Weltkrieg |
| 1958 | Errichtung des Feuerlöschteiches in Atzmannsberg |
| 1960 | Kauf des Tragkraftspritzenanhängers TSA mit einer Tragkraftspritze TS8/8 |
| 1964 | Bau und Einweihung des ersten Feuerwehrgerätehauses in Atzmannsberg |
| 1973 | Fahnenweihe und 120 -jähr. Gründungsfest in Köglitz |
| 1975 | Errichtung einer Feuerlöschzisterne in Köglitz |
| 1987 | Ankauf des gebrauchten Feuerwehrautos LF 8 (Opel Blitz, Bj. 1967) |
| 2000-2001 | Bau und Einweihung des neuen Feuerwehrhauses mit Schulungsraum in Atzmannsberg |
| 2003 | 150 - jähr. Gründungsfest in Atzmannsberg |
2009 | Neubeschaffung & Fahrzeugsegnung des neuen TSF |
| 1. Vorsitzender | |
| bis 1968 | Martin Wöhrl |
| 1968 - 1972 | Martin Schultes |
| 1972 - 1974 | Wolfgang Bothner |
| 1974 - 1979 | Josef Hörl, jun. |
| 1979 - 1995 seit 1995 |
Karl Birkner Ehrenvorsitzender |
| 1995 - 2002 | Willi Prieschenk |
| 2002 - jetzt | Alois Schindler |
| 1. Kommandant | |
| bis 1963 | Josef Hörl, sen. |
| 1963 - 1973 | Werner Scharnagl |
| 1973 - 1978 | Hans Walberer |
| 1978 - 1992 seit 1994 |
Werner Scharnagl Ehrenkommandant |
| 1992 - 1997 | Alois Schindler |
| 1997 - 2005 | Richard Schindler |
2005 - jetzt | Richard Prieschenk |
| 1927 | Brand eines Bauerngehöfts in Atzmannsberg |
| 1932 | Brand einer gesamten Hofstelle in Köglitz |
| 1960 | Brand zweier Scheunen in Atzmannsberg |
| 1975 | Brand einer Scheune in Atzmannsberg |
| 1987 | Brand eines Stallgebäudes und einer Scheune in Atzmannsberg |
| 1993 | Zimmerbrand in Atzmannsberg |
| 1994 | Brand einer Scheune in Atzmannsberg |
| 1998 | Kaminbrand in Atzmannsberg |
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